Uns geht es gut, aber glaub es nicht.

Ich weiß nicht, was ich schreiben soll? Doch ich weiß, dass ich schreiben muss. Schreiben ist eine Form des Lebens, eine Form des Widerstands gegen den Tod, und ich bin stets und immer durch das Schreiben am Leben geblieben und habe gelebt.

Wir Menschen, die wir vom Wort und vom Blick leben, und dann verschwindet die Atemluft unserer Verbindungen, und dann sinkt alles in eine schwere Stille, verstummt, und was bleibt, ist eine stumme und schweigende, doch fiebrige Gesellschaft … Die Stimme des Schmerzes dieser Wunden verschwindet nicht mit dem Schweigen.

Das Schweigen heilt nichts, erzwungenes Schweigen ist keine Lösung, es ist das Entsetzen davor, die Vielfalt der Stimmen zu hören, die zu hören wir nicht ertragen.

Wir müssen uns zwischen diesen Worten aus Null und Eins finden, einander finden, auf die Traurigkeit des anderen starren und Tränen vergießen. Einst waren wir die Dichter der Welt und sprachen in der Sprache der Poesie, und nun ist es so weit gekommen, dass wir den Worten nicht einmal mehr erlauben, sich zu befruchten? Wir Menschen, die wir an Straßenkreuzungen von armen Kindern und blinden Greisen Gedichte kauften und Gedichte vortrugen, bei uns dichteten Alt und Jung, aus dem Stegreif und aus angeborener Begabung. Und jetzt fürchten wir uns vor Nachrichten und Kurznachrichten?

Offenbar hat unsere heutige Welt keinen Platz mehr für Dichter, und sie erträgt nicht einmal die zwei Worte „Alles gut?“ und „Alles gut.“

Ich weiß nicht, ob du nach meinem Befinden gefragt hast oder nicht?
Mir geht es gut, aber glaub es nicht.